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Flamencoaching
Stress- Abbau und Persönlichkeitscoaching durch Flamenco
Flamenco tanzen zur Stressprävention und für die innere Balance und Zufriedenheit. Flamenco mit seiner Fußarbeit und Power eignet sich hervorragend um Stress abzubauen. Mit gezielten Bewegungen werden Ressourcen aktiviert, die gleichzeitig für mehr Stress- Ressistenz sorgen können.
Beim Coaching geht man davon aus, dass jeder Mensch die Lösungsmöglichkeiten bereits in sich trägt. Der Coach gibt Impulse, die der gecoachten Person einen Zugang zu den Lösungen ermöglicht. innere Zustände nach außen zu bringen. Flamenco kann durch Dynamik, Rhythmus und Bewegungsform als Mittel genutzt werden, um innere Zustände nach außen zu bringen und Blockaden zu lösen. Im Alltag kann sich dies unterschiedlich bemerkbar machen, z.B. verändern sich Körperhaltung und Ausstrahlung, die Präsenz und auch das körperliche Befinden. In Privatstunden werden individuelle Aspekte mit Flamenco bearbetet, innere Zustände werden nach außen transportiert und damit Stress transformiert und inneres Gleichgewicht hergestellt. Flamenco wird hier gezielt genutzt um Wohlbefinden, Stressabbau und eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit zu erreichen.
Für alle, die Flamenco als Zugang zum Stressabbau, für psychisches Wohlbefinden, sowie zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit nutzen möchten. Eine Stunde gutes feeling mit Flamenco. Vereinbaren Sie Ihren Termin!
Andalusische Lebensfreude
Wenn jemand davon erzählt, wie schön es in Andalusien ist, wovon erzählt er dann? Er erzählt von der schönen Landschaft von den Weißen Dörfern bis hin ans Meer und der Sierra Nevada. Er erzählt von der Blumenpracht an den Häuserwänden, von den Sehenswürdigkeiten in Granada, Sevilla, Córdoba und vom Himmel, der so blau ist, dass er sogar in der Nacht blendet. Er erzählt von der Feria, den schönen Pferden und den schönen Frauen, von der Weite des Meeres. Er schwärmt vom vorzüglichen Essen, dem unübertrefflichen Fisch und dem vollmundigen Wein. Er ist beeindruckt vom Flamenco, diesem Schrei der wilden Seele Andalusiens. Doch in Wirklichkeit berichtet man von einem Flecken der Erde, der so schön ist, weil die Menschen ihn schön sein lassen. Weil die Menschen dort die Schönheit ihres Landes würdigen. Die Einheimischen!
Andalusien und seine Menschen
Ich sage ja immer, beim Flamenco schlägt das Herz bis in die Füße. Das Wort Tanz kommt vom sanskrit- Wort „tanha“ was Freude bedeutet. Demnach ist Tanz vorwiegend der Ausdruck von Lebensfreude. Und die finde ich bei den Andalusiern irgendwie täglich auch ohne Tanzen.
Während wir in der Bar (also alle Lokale in denen es Tapas und Kaffee, Eis, Bier und Wein gibt, heißen hier Bar. Die haben auch vormittags und abends offen.) beim Puerto de Señor Real sitzen, fällt uns auf, dass wir beispielsweise täglich den jungen Mann mit langen Haaren sehen, der eine ältere magere Frau mit Zopf im Rollstuhl durch die Fußgängerzone schiebt. Mal mit Tüten vom Supermarkt, mal mit Blumen in der Hand, und mal einfach so. In fast jedem Lokal ist eine rollstuhlgerechte Toilette und viele Sehenswürdigkeiten sind mit Rollstuhlrampe. Ich sehe sogar einmal ein Schild, dass Rollstuhlfahrer klingeln sollen, dann kommt jemand und hilft ihnen. Vielleicht ist hier in Andalusien die Inklusion besser gelungen als bei uns, wo es sogar im Kindertagesstättengesetz geregelt ist aber die wenigsten es geregelt bekommen, weil die Bedingungen noch nicht geschaffen sind.
Behinderung hindert nicht am Fröhlichsein
Vor der Türe spielt ein ca 12 Jahre alter Junge. Er hat schwarze Haut, und am rechten Bein eine Prothese ab dem Knie. Er hat eine kurze Hose an und mit seiner Beinprothese springt er vergnügt über die enge kleine Straße und kickt einen Fussball. Eine Frau gibt ihm einen Schlüssel und ermahnt ihn, vorsichtig nach Hause zu gehen. Er gibt ihr ein Küsschen und sagt, dass sie doch weiß, dass sie sich auf ihn verlassen kann. Er ruft "Adio Mama!", springt fröhlich über die Straße und kehrt nochmal um. Er eilt zu einem Mann, umarmt ihn stürmisch und sagt: „Ah Papa, Du musst auch Besos bekommen.“ Er gibt dem Mann Küsschen und hüpft davon. Sie wirken fröhlich und zufrieden. Insgesamt sehe ich in Jerez drei Kinder mit Beinprothese, die allesamt vergnügt durch die Gegend springen. So als wüssten sie gar nicht, dass sie eine Beinprothese haben. Auf facebook gibt es ein Video, in dem ein Mädchen im Rollstuhl am Ende der Flamenco- Show mit den Händen Flamenco „tanzt“ und alle dazu Palmas und Jaleos machen. Behinderung hindert nicht am Fröhlichsein.
Glücklich trotz widriger Umstände
Wir lernen Pablo mit seiner Freundin kennen, die nicht seine Freundin, sondern nur eine Freundin ist. Er hat Tourismus studiert, die Freundin Betriebswirtschaft. Beide sprechen Englisch und haben keinen Job. Seine richtige Freundin ist gerade in Madrid, für ein Seminar. Sie hat auch keinen Job. Aber irgendwie sehen sie trotzdem zufrieden aus.
Carla aus dem Flamencokurs erzählt mir, dass sie in England als Nanny arbeitet, weil sie zuhause keinen Job bekommt. Sie ist Lehrerin. Und sie ist glücklich in dem Land zuhause zu sein, in dem andere Urlaub machen.
Glückspilz mit zwei Jobs
Meist sitzen wir an der Theke. Der Kellner erzählt, dass er zwei Jobs hat. Von Morgens bis Nachmittags arbeitet er wo anders und am Abend hier. Er hat zwei Jobs, weil er auch zwei Kinder hat und geschieden ist. Bei seinem anderen Job verdient er nicht genügend Geld. Wenn er nicht für die Kinder zahlen kann dann geht’s ihm an die Gurgel. Er ist er zu allen freundlich und auch wenn alle Leute gleichzeitig bei ihm bestellen, schnell und immer gut gelaunt. Besser zwei Jobs als keinen.
Wie Monopoly
Geht man durch die Straßen von Jerez so ist das wie bei Monopoly- von fünf Häusern sind zwei „se vende“- zu verkaufen. Manche Häuser sind noch sehr schön, andere wiederum stehen wohl schon lange leer und sehen heruntergekommen aus. Wenn ich einen Job in Jerez hätte würde ich mir eines dieser schönen Häuser kaufen. Aber in Jerez haben nicht mal die Einheimischen einen Job. Im Guitarrón erzählt uns Carlos, dass die Arbeitslosigkeit so hoch ist, dass sich die Menschen die Häuser in der Stadt nicht mehr leisten können. Die ganze Familie zieht zum Opa und man wohnt entweder in einer kleinen Wohnung oder auf dem Land. Und der Opa mit seiner Rente versorgt alle anderen mit. Da bekommt Familie doch wieder den Sinn, den sie vielleicht mal hatte, nur dass früher die Alten von den Jungen versorgt wurden, und heute lebt die ganze Familie von der Rente der Alten. Und dennoch, so scheint mir, sind die Menschen hier nicht unglücklich. Sie wirken zufrieden, sie sehen gepflegt aus, sie gehen in die Bars, auch wenn sie dort vielleicht den ganzen Abend über nur einen Fino trinken. Es wird gelacht, gesungen und getanzt. Fast überall.
Alleinsein ist ein Problem
Nur eine relativ junge Frau sehen wir täglich. Sie hat kurzes rotes Haar, und hat ein deutliches Alkoholproblem. Wir sehen sie an unterschiedlichen Ecken der Stadt. Sie hastet eilig durch die Straßen und hebt Zigarrettenstummel vom Boden auf. Dann frägt sie jemanden nach Feuer und raucht den Stummel bis zum Filter. Meist hat sie eine Flasche Wein oder einen Tetra- Pack Wein dabei. Aber niemals einen anderen Menschen. Für die Andalusier sind die anderen Menschen und das Soziale Eingebundensein wichtig. Es gilt als unhöflich einen Freund alleine nach Hause gehen zu lassen. Wer alleine ist, hat ein Problem.
Höchste Arbeitslosenzahl in Europa
In der Strandgazette liest man, Andalusien gehört derzeit zu der einkommensschwächsten Region mit der Anzahl der meisten Arbeitslosen in Europa und ist auch eine derer Regionen mit der meisten Jugendarbeitslosigkeit. Den Artikel dazu findet man hier.
..und trotzdem zufrieden und glücklich mit dem Lebensstil
Gabriele Hefele, Herausgeberin des Residentenkuriers, erzählt mir, dass es eine Untersuchung des „Zentrums für Andalusische Studien zur sozialen Realität“ gibt, bei der die Andalusier angaben, zufrieden mit dem Leben in ihrer Region zu sein, dass sie stark in Andalusien verwurzelt, und glücklich mit ihrem Lebensstil sind.
Menschen machen das Land aus
Wer in Andalusien ist bemerkt es schnell: Egal wie schön eine Gegend auch ist, geprägt, wird sie immer von den Menschen, die sie beleben. Alleine deshalb ist ein Urlaub in Andalusien schön- denn hier sind die Menschen fröhlich, freundlich und zufrieden. Wo immer die Sonne scheint, ist wahrscheinlich auch das Gemüt sonniger- egal wie das Leben ist.
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Sherry und Flamenco

"Je mehr Sherry man trinkt, umso besser der Flamenco" lautet ein Sprichwort. Ich vermute aus Zuschauersicht. Und ich vermute, Sherry mit Flamenco in Zusammenhang zu bringen, war die Idee von Sandeman.
Warum Sherry Sherry heißt
Die Bodegas in Jerez bieten alle Führungen an, zum Teil mit Flamenco - Espectáculo und Menu. Das erschien uns mit 80.- Euro pro Person aber zu teuer. Sherry heißt Sherry, weil die Engländer Jerez nicht aussprechen konnten, und Jerez eigentlich von Xerez kommt. Xerez wurde die Stadt von den Almohaden, (ein Berbervolk die dort einige Jahrhunderte gelebt hat) genannt. Auf den Sherry-Flaschen und auf den Zertifikaten der Sherry-Meister steht Xerez - Jerez - Sherry. Wir gehen also zu Sandeman, weil es dort die günstigsten Führungen gibt. Ob Sandeman nun auch "Jerez" nicht aussprechen konnte, ist nicht bekannt, weil er Schotte und kein Engländer war. Genauso wie Katalanisch, ist Schottisch eine eigene Sprache. In Katalonien, auf den Balearen, und in Valencia ist Katalanisch neben Spanisch sogar regionale Amtssprache. Und Andorra hat nur Katalanisch als Amtssprache. Die Katalanen können zwar Spanisch, aber wer Spanisch kann, kann noch lange kein Katalanisch. Und wer Englisch kann, versteht deshalb nicht unbedingt Schottisch. Ich verstehe weder Schottisch, noch Katalanisch, und in Andalusien auch kaum Spanisch, darum bin ich froh, dass es die Führungen auch auf Deutsch gibt. Ebenso auf Französisch, Englisch und Spanisch.
Sherry-Führungen auch für Kinder
Die Führungen sind einmal pro Stunde und kosten 7,50 pro Person. Manche finden ja die Besichtigung einer Bodega als besonders reizvolles Ferienprogramm für Kinder, vielleicht verwechseln sie Sandeman mit Sandmännchen. Jedenfalls scheinen auch Kinder Sherry-Führungen zu machen, denn Kinder von 3 bis 12 Jahren bezahlen 1.- Euro Eintritt. Vielleicht wird es auch als religiöse Zeremonie betrachtet, sowas wie Wallfahrt, wohin jeder einmal pilgern sollte, schließlich wird Sherry in der“ Kathedrale“ hergestellt und die Sherry-Probe findet in der „Sakristei“ statt.
Die deutsche Sherry- Führung findet um 10.30, um 12.30 und um 14.30 Uhr statt. Aber mal ehrlich- wer besäuft sich schon um 10.30 mit Sherry? O.k. wir wählen also 12.30. Mittagszeit ist nicht mehr ganz so pennerhaft. Wir warten im Kassenbereich auf den Beginn. Dabei kann man schon autodidaktisch aufbereitet die Gewinnung des Sherrys auf anschaulichen Plakatwänden sehen und die wirklich hübsche Sandeman-Werbung aus dem letzten Jahrhundert.
Die Tänzerin und die Flasche - Sandeman Werbung
Gleich neben der Kasse hängt ein Werbeplakat, auf dem tanzt eine Flamencotänzerin mit Sherryflasche in der Hand. Ich hab das ja noch nie probiert, weder mit Sherryflasche in der Hand, noch mit Sherry im Blut, aber vielleicht ist ja was an dem Sprichwort dran. Wahrscheinlich hat Sandeman das Sprichwort erfunden, passend zu diesem Plakat.
Ich verstehe gar nicht, wieso eigentlich ich mich für die Werbeplakate mehr interessiere, als mein Mann. Der ist schließlich Werber, hat aber nur Interesse für die Sherry-Fässer. "Ich hab schließlich Urlaub" sagt er und klopft die Fässer ab. Der berühmte Don auf dem Signet auf der Flasche, ist in einer Mischung aus dem jerezianischen Hut und dem portugiesischen Umhang gekleidet, weil Sandeman in Portugal und Jerez Weinkellereien hatte. (Ich erhalte sofort einen Input über Signet und Logo von meinem Mann. Das muss man schon unterscheiden, sagt der Werber, der ja eigentlich Urlaub macht...) Übrigens muss man auch unterscheiden zwischen Sherry und Portwein. Sherry wird in Jerez hergestellt, in Portugal der Portwein. Sandeman war der erste, der Sherry exportiert hat. Und zwar in diesen riesen Fässern. Es gibt tatsächlich noch einen Herrn Sandeman, der hat aber das gesamte Imperium an eine Spirituosenfirma verkauft. Er kommt sogar ein bis zwei Mal im Jahr vorbei. Nur so, weil die eben noch seinen Namen benutzen.
Saubere Toiletten- staubige Sherry Fässer
Sehr sehenswert sind bei Sandeman die Toiletten. Die sind derart sauber, riechen frisch und haben als eine der wenigen Toiletten in Jerez alles was man braucht. Abschließbare Türen, Licht, Toilettenbrillen, Toilettenpapier, Mülleimer, Seife und Trockentücher, fließend Wasser. Und es sind mehr als vier Toilettenkabinen zur Wahl! Ich bin begeistert! Nur Fenster gibt es in Jerez in keiner einzigen Toilette. Ich habe ja in jeder Bar die Toiletten besucht. Zwar sind überall Behinderten WC, aber irgendwas fehlt immer.
Meist Toilettenpapier, oder Seife. Wir sind die einzigen für die deutsche Führung und ich vereinbare mit dem Guide, dass er alles auf Spanisch sagen soll und ich sage ihm dann auf Deutsch was ich verstanden habe. Das machen wir die ersten drei Sherry- Fässer lang und dann erzählt er nur noch auf Deutsch. Ich vermute, meine Übersetzung ist ihm zu anstrengend, weil ich sowieso nur die Hälfte richtig verstanden habe. Aber immerhin die Hälfte! Er erklärt uns das Sherry- Verfahren und wir sind schon vom Geruch in der Kathedrale alleine benebelt und finden alles schon ein wenig witzig.
Kathedrale ist die Produktionsstätte- Bodega die Lagerhalle
Kathedrale heißt es deshalb, weil die Produktionsstätten wie Kathedralen gebaut sind, damit die Temperatur konstant bei ca. 18 Grad bleibt. Die untersten Fässer sind die Solera- Reihe. Das erinnert mich an die Soleá im Flamenco. Solera bedeutet die, die auf dem Boden liegt. Und ein wenig muss ich schmunzeln, vielleicht heißt die Soleá ja nicht so wegen der Einsamkeit (Soledad) und auch nicht von Feierlichkeit (Solemne) sondern weil die Tänzerin betrunken am Boden liegt.
Die Umschütterei und der Reifungsprozess dauern Jahrzehnte. Fino ist der hellste und „dünnste“ Sherry, mit dem wenigsten Alkoholgehalt. Den kann man sich reinschütten und man merkt es nicht dass man eben doch betrunken wird. „Fino ist wie Affe mit Pistole“ sagt unser Freund Alfonso aus Sevilla immer. Den schüttet man sich rein, ist dicht und merkt es nicht. Dulce ist ein süßer likörartiger Sherry. Absichtlich werden bei der Ernte Trauben auf den Boden geschmissen, damit sie trocknen und Rosinen werden. Dann werden sie aufgesammelt und es wird den Rosinen Traubensaft zugesetzt und diese Flüssigkeit setzt man dann dem Sherry zu. Oder so ähnlich. Der schwerste ist der Oloroso, er ist dunkel und hat eine lange Reifungszeit. Bis zu 80 Jahren, oder länger. Also genau wissen sie nicht, wie lange der Sherry schon in den untersten Fässern vor sich hin gärt. Und ich stelle mir vor, wie Generationen in Rente gehen und nicht miterleben, dass das Zeug das sie zusammenschütten auch in Flaschen abgefüllt und verkauft wird. Der Sherry ist jedenfalls älter als ich und mein Mann, und das tröstet uns ungemein und lässt uns wieder richtig jugendlich vorkommen.
Ich frage den jungen Guide aus, während wir in die Bodega über den Hof gehen. In der Bodega werden die Fässer einfach gelagert. Jahrzehnte lang. Also solange, wie man beispielsweise braucht, bis man ein Kind durch den Kindergarten, Schule, Ausbildung gebracht hat, und es dann mit den Enkeln an der Hand in den Seniorenstift kommt, um die Oma mal wieder abzufüllen mit Dulce…
Biergärten für Sherry - Partys
Er erzählt, dass er eigentlich Pilot ist. Aber weil es für Piloten wenig Jobs gibt, hat er Tourismus studiert. Auch in Deutschland. Das ist witzig, er war nämlich an derselben FH wie ich, nur eben einen Fino lang später. Und mit einer Pilotenausbildung, mit Englisch, Deutsch und Spanisch und einem Tourismusstudium macht er nun Führungen in einer Bodega. Besser als nichts, sagt er. Das Schnapstamperl
am langen Stöckchen , dieser Sherry Ausgießer den man bei den Sherry- Experten immer sieht, so erzählt er uns, wird benötigt, damit bei der Probe des Sherrys durch das Schütten genügend Sauerstoff dazu kommt. Was das bewirkt habe ich allerdings vergessen. Ich war viel zu sehr von dem hübschen Biergarten für Sherry entzückt und habe nicht mehr richtig zugehört. Überall Blumen, bunte Stühle, ein kühles Eckchen passend für Flamenco und Sherry. Tatsächlich kann man das auch mieten, für Hochzeiten beispielsweise. Zu blöd, dass wir schon verheiratet sind.
Wir kommen um ca. 13.00 Uhr zur Sherry- Verköstigung. Es steht für uns eine Schüssel Chips und eine Schale Oliven bereit. Mein Mann frühstückt immer einige Tostadascheiben. Der Kellner hinter der Theke im Hotel hat auch immer die größten Scheiben für ihn reserviert. Er sagt lachend, mein Mann „come mucho“. Ich sage ihm, ja er ist auch ein „Torro“. Mein Mann fühlt sich im Hotel schon so zuhause, dass er sogar beginnt den Frühstückstisch abzuräumen. „Tienes un bueno hombre“ sagt der Kellner zu mir. Das finde ich auch! Ich jedenfalls esse nicht so viele Tostadas, weshalb ich befürchte nun auch schnell einen sitzen zu haben. Wir stopfen die Chips in uns rein und der Guide schüttet eine großzügige Portion Fino in unsere Gläser.
„Fino ist wie Affe mit Pistole“
Er meint, davon könnte man ja viel trinken, er hätte ja am wenigsten Alkohol. Am Tisch neben uns ist die englische Führung, wobei es sich dabei um ein französisches Paar und ein englisches Paar handelt. Und ich sage zu meinem Mann: “Wetten, die Engländer haben 16-. Euro bezahlt!“ „Wieso, der Eintritt kostet doch 7,50.“ „Ich wollte nur testen, ob Du noch rechnen kannst.“ „Ja, kann ich, zwei Mal 7,50 ist 15. –Euro, nicht 16.- Für ´ne Sozialpädagogin schon gar nicht so schlecht.“ „Eben, und weil ich Sozialpädagogin bin sehe ich, dass sie 16 Euro gezahlt haben, weil sie ein Kind mit vier Jahren haben, das einen Euro kostet. Du Betriebswirt.“ Und ich haue lachend auf den Tisch, weil ich diesen Joke ungemein witzig finde. „Aber, vielleicht haben sie ja noch mehr bezahlt, weil sie Engländer sind und vielleicht übers Hotel gebucht haben.“ Meint mein Mann. Auch sehr komisch und wir lachen noch lauter. Der Guide kommt mit dem Dulce. Er schenkt das Glas etwas voller, weil er findet, dass Damen diesen süßen Geschmack gerne mögen. Vom Süßen darf’s doch immer etwas mehr sein. Jaja, finde ich. Und süffle das süße Getränk. Ich mache Bilder von den Gläsern und den Toilettentüren. Die
sehen äußerst hübsch aus. Überhaupt habe ich einen bemerkenswerten Ausblick. Während mein Mann Blick auf die Fässer hat, sehe ich die Bühne für die Flamenco- Show und die geschmückte Ausstellungshalle. Außerdem sehen wir beide die Paare am Nebentisch. Das Kind friert in dieser kühlen Kathedrale in seinem weißen Sommerkleidchen und hüllt sich in einen dünnen Schal und legt sich in den Buggy. Die Erwachsenen machen von sich gegenseitig Fotos und nippen lustlos am Sherry rum und starren auf die Chips Schale. Das erinnert mich an den Film von dem Deutschen der eine Italienerin heiraten will und die Muscheln nicht aufisst. Ich schaue meinen Mann an: „Marrriaaa, ihm smeckts nischt!“ Ich lache wieder lauthals, weil ich auch diesen Witz zum Brüllen komisch finde. Die englische Führung guckt pikiert rüber. Mein Mann steht auf und inspiziert die Bühne näher. Dabei klopft er den Bühnenboden ab und schaut sich die Lautsprecher an. Als er wieder sitzt, stehe ich auf und will mir auch die Bühne ansehen. Beim Aufstehen remple ich an den Tisch und die Gläser scheppern. Aber es war ja nur unser Tisch und nicht der der englischen Führung. Auch das finden wir saukomisch und ich biege mich fast vor Lachen, nur weil die Gläser klirren.
Ein Viertelchen Oloroso
Der Guide kommt und schüttet den Oloroso ein. Er meint, das letzte Schlückchen in der Flasche zu lassen sei nutzlose Verschwendung und bringt ein Weinglas, in das er mir den Rest der ganzen Olorosoflasche schüttet. Ungefähr ein Schoppen Sherry. Ich frage ihn, ob ich das trinken muss, mein Mann meint, es wäre schon unhöflich nun das Geschenk des Hauses zu verschmähen. Ich weiß nicht, wie lange ich an diesem Oloroso herumgetrunken habe.
Unser Guide und der Guide der englischen Führung machen die Lichter hinter der Theke aus und gehen irgendwann. Die Franzosen und die Engländer am Nebentisch sind auch schon weg. Ich remple noch gegen ein Sherry- Fass und gegen den Tisch bis ich auf beiden Beinen stehe und finde das äußerst witzig, weil das nun ja keinen mehr stört. „Auweh zwick, i glab i hob an Schwips“ zitiere ich meine Großmutter, wenn sie zwei Eierlikör getrunken hatte. Überhaupt finde ich, dass doch das Leben voller Witze steckt, und wundere mich, warum ich schon so lange nicht mehr so viel gelacht habe. Ich höre mein Lachen durch die Kathedrale hallen, und finde es sehr sinnvoll ein Echo zu haben. Damit verdoppelt sich doch der Spaß. Außerdem finde ich, sollte man in den echten Kathedralen auch mehr lachen. Sie sollten statt Messwein Sherry trinken, dann wird so eine Messe viel lustiger, finde ich. Die Dame von der Kasse schaut sich nach mir um. Um zum Ausgang zu gelangen, muss man durch den Shop. Dort kann man Sherry in Geschenkpaketen, T- Shirts, Plakate und hübsche versilberte Flaschenstöpsel kaufen. Ich hätte schon einiges mitgenommen, kann aber keinen Einkaufskorb finden, was meinen Mann beruhigt. Wir kaufen also nichts. Als wir aus der kühlen, schummrigen Bodega rausgehen, prallen mir 38 Grad Hitze schonungslos auf den Kopf. Der Pförtner schließt gerade die Eingangstore. Ich rette mich sofort unter einen Orangenbaum, und gehe nur noch von Baum zu Baum oder auf der Straßenseite im Häuserschatten. Mein unternehmungslustiger Mann fragt, was wir nun noch machen wollen. Ich lache über den Witz, denn alle machen Siesta, man kann nichts unternehmen, nur die besoffenen Touristen sind in der Mittagszeit hier unterwegs. Und ich vermute, Siesta gibt es nur, damit man sich den Rausch nach einer Sherry- Probe ausschlafen kann.
Flamenco auf Spanisch
Wer als Flamenco- Tänzerin aufritt wird häufig gefragt: „Woher können Sie Flamenco, sind Sie Spanierin?“ Wenn ich ehrlich bin, sage ich dann „Nein ich bin keine Spanierin, ich musste dafür üben.“ Oft kommt dann: „Oh, dafür war das aber wirklich gut. Wissen, Sie ich habe schon einmal einen echten Flamenco in Spanien gesehen- Sie haben das genauso gut gemacht wie die Spanierinnen dort.“ Ich weiß dann nicht, ob ich mich geschmeichelt fühlen sollte, weil die Person ja schließlich „echten“ von „unechtem“ Flamenco unterscheiden kann, obwohl ich, und vermutlich sie selbst, die Kriterien dafür nicht kenne. Anfangs war ich immer recht pikiert, denn man kann auch Flamenco können, ohne dass man Spanierin ist und ohne damit geboren zu sein.
Schließlich ist das meiste nicht Talent, sondern Ausdauer und Training. Es ist ja auch fraglich, ob jede Spanierin, nur weil sie Spanierin ist automatisch Flamenco kann. Immerhin kann auch nicht jeder Bayer jodeln oder platteln!
„Echter Flamenco in Jerez“
Will man also als Flamencotänzerin ernst genommen werden, muss man schon wenigstens einmal einen Flamenco- Kurs in Spanien absolviert haben.
Also schrieb ich mich für die Zeit meines Urlaubes in einen Flamenco- Kurs in Jerez ein. Jerez sei die Wiege des Flamencos, also ist dort wohl ein guter Platz um echten Flamenco zu lernen.
Ich komme zwar einen Tag später an als der Kurs beginnt, dafür bin ich bin eine Stunde zu früh dran, weil ich einkalkuliert habe, nicht hinzufinden, nachdem wir uns dauern in Jerez verirren. Zur Tanzschule haben wir aber auf Anhieb gefunden. Dank Stadtplan. Gut dass wir uns sonst verirren, und ich deshalb heute zu früh dran bin, denn der Kurs beginnt nämlich heute eine viertel Stunde früher. Er hat gestern nicht stattgefunden. Die Tanzlehrerin hat den Tag verwechselt und lag gestern noch am Strand. In der Garderobe spricht mich eine Spanierin an, wie ich heiße und woher ich sei. Nachdem ihr wohl zu mühsam war mein spanisches Gestöpsle zu verstehen, spricht sie Englisch mit mir weiter. Sie heißt Carla sagt sie und sie wohnt in London. Wir gehen in den Kursraum.
Der Kursraum dampft noch vom vorherigen Kurs, im Eck raucht es, nach genauerem Hinsehen sehe ich, dass die Klimaanlage dampft. Draußen hat es 36 Grad, hier drin vermutlich 40. Nach 10 Minuten ist es allerdings etwas kühler. Es sind schon einige da, die verständnislos auf meine Füßlinge starren, die aus meinen Schuhen herauslugen. Sie sind weiß und mit Spitze und wenn ich jetzt so hinschaue, sieht es aus, wie bei meiner Großmutter, als sie Bettschuhe anhatte.
Heiße Füße, rauchender Kopf beim Warm up
Die Lehrerin beginnt das Warm up in einem Tempo, das für mich eigentlich Höchstgeschwindigkeit darstellt. Mit meinem mikrigen Spanisch verstehe ich kein Wort was die Lehrerin sagt, und verstecke mich ganz hinten, damit sie mich nicht sieht und anspricht. Es wäre sowieso egal was sie sagt, ich könnte die Schritte trotzdem nicht. Der Weg vom Hirn zu den Füßen ist einfach zu weit, um das alles gleich so schnell zu können.
Um die Uhrzeit, zu der der Kurs eigentlich beginnen würde, könnte ich bereits wieder aufhören. Ich bin durchgeschwitzt wie ich sonst nach einer Stunde joggen schwitze. Eindeutig, ich jogge zu langsam. Ich komme bereits jetzt nicht mehr mit, weil ich mir das alles gar nicht merken kann. Alle anderen tanzen munter die Schritte mit und es sieht aus, als würden die alles total schnell kapieren. Ich glaube, ich bin schwer von Begriff. Nach dreißig Minuten denke ich mir, dass ich jetzt eigentlich gehen könnte, was ich nun schon alles gelernt habe, reicht sowieso für die nächsten 6 Monate um es ordentlich zu verinnerlichen.
Eine tanzt schon fast mit, während die Lehrerin die Schritte nur zeigt. Ganz vorne tanzt eine ganz junge auch ziemlich fehlerlos und ohne Lücken mit. Sie heißt Martha. Die Lehrerin meint es gut mit uns und macht auch noch fünfzehn Minuten länger Unterricht. Obwohl ich eigentlich schon nach der Halbzeit völlig am Ende war, habe ich doch bis zum Ende mitgemacht.
Wenigstens sind die anderen genauso erledigt wie ich. Mein T- Shirt ist so nass, als hätte ich es eben aus der Waschmaschine geholt. In der Garderobe komme ich mit einer Engländerin ins Gespräch. Sie sagt, sie kommt bereits das dritte Jahr hierher und ihr ging es am Anfang wie mir, aber es bringt einen weiter.
Immer cool bleiben!
Vor der Tür wartet mein Mann und hat sich gleich munter mit Carlas Freund unterhalten. Er ist Engländer und lebt mit Carla in London. Zurzeit sind sie zu Besuch hier, Carla ist von hier. Als die Türe der Tanzschule zugesperrt wird, bemerke ich, dass ich meine Tasche vergessen habe. Mit allem Geld und Pass. Die Tanzschulcheffin sperrt noch mal auf, damit ich meine Tasche holen kann.
Am zweiten Tag freue ich mich, dass ich wenigstens den Anfang noch kann, aber dann geht es auch schnell weiter und ich merke mir nur die Hälfte. Heute denke ich mir, dass das Prinzip der Schritte schnuppe ist, ich mogle mich einfach durch, Hauptsache es klingt wie bei den anderen und ich stehe zur richtigen Zeit still und kapiere die Armbewegungen. Nach zwanzig Minuten hab ich genug, ich wäre froh wenn nun endlich die Stunde um wäre. Ich kann nichts mehr und komm mir mit meinem Geschwitze und Getrappel vor wie ein Kutschpferd. Die links neben mir heißt Marie- Rosa und kommt aus Barcelona. Sie kann kein Englisch und ich kaum Spanisch, dafür verstehen wir uns gut. Sie hat in Barcelona eine Flamenco- Schule und kommt jedes Jahr hierher und kennt die Schritte bereits.
Außer mir und der Engländerin sind alle Spanierinnen. Nach dem Kurs schwitze ich vor der Türe fertig und Carla empfiehlt uns zur Erholung am den Strand von Conil zu fahren. Die Tanzlehrerin ist ganz offensichtlich mit den zwei schnellen jungen Spanierinnen befreundet. Sie gehen zusammen zum Auto. Ich bemerke, dass ich meine Tasche schon wieder drinnen vergessen habe, Carla ruft der Tanzlehrerin nach, dass sie die Türe noch mal öffnen soll. Wir nehmen Carla mit in die Stadt. Sie erzählt, dass ihr Freund heute wieder nach London zurück musste. Früher war sie bereits bei dieser Lehrerin wöchentlich im Kurs, und seit sie in London ist, kommt sie alle Ferien her und macht die Kurse bei ihr mit. Eigentlich ist sie Grundschullehrerin aber weil sie hier keinen Job bekommt, arbeitet sie als Nanny in London und verdient sich mit Flamenco- Unterricht etwas dazu. Sie meint, dafür, dass ich noch nie in Spanien Flamenco gelernt habe, mache ich es gut. Sie kennt die Schritte ja bereits.
Am dritten Tag tanzt ein junger Spanier vor dem Spiegel herum. Er hat ein T- Shirt mit der Aufschrift „Taxi“ an, und wird von zwei Touristinnen fotografiert. Er hopst hier nur für´s Foto rum, im Kurs ist er nicht. Die Lehrerin sagt, sie würde nun gerne mit dem Unterricht beginnen, ob sie woanders weiter fotografieren können. Ich kann das Gelernte von gestern nicht mehr und das Neue kann ich erst recht nicht. Nach 40 Minuten habe ich die Schnauze voll und überlege, ob ich einfach gehen soll. Ich bleibe, weil es gerade so spannend ist. Die Lehrerin zeigt nämlich einen Schritt, den ich super eindrucksvoll finde. Sie sagt das sei für Bulerías "muy typico". Leider kapier ich ihn nicht. Ich erfahre später, dass alle hier außer der Rosa- Marie, Carla und der Engländerin im wöchentlichen Kurs sind, und dass alle diese Schritte schon kennen. Damit kann ich mit mir doch zufrieden sein. Ich schwitze vor der Türe aus und vergesse wieder meine Tasche. Als die Tanzlehrerin schon beim Gartentor ist, ruft ihr Carla nach, das sie nochmal aufschließen soll.
Die Luft ist raus
Ich habe blaue Flecken auf den Oberschenkeln vom Patschen auf die Schenkel und glaube es würde eigentlich reichen mit dem Kurs. Ich überlege täglich, ob ich mir diese Qual nun schon wieder antun soll schließlich habe ich Urlaub. Aber ich gehe trotzdem immer wacker zum Kurs, schließlich bin ich konsequent und zielstrebig. Heute habe ich erst nach 60 Minuten die Schnauze voll. Ich traue mich nicht eine Minute zu schwänzen, ich könnte dann schon drei Schritte versäumen. Deshalb trinke ich keinen einzigen Schluck Wasser und trockne mein Gesicht nicht mit dem Handtuch, denn beim Wischen über das Gesicht könnte ich etwas nicht sehen, was sie gerade zeigt. Ich muss mir alles durch das Zuschauen erschließen, denn was sie sagt verstehe ich nicht. Ich glaube, die Lehrerin weiß gar nicht, dass ich sie nicht verstehe, denn ich frage ja nichts und bin immer still. Manchmal schüttle ich nur den Kopf, wenn ich was kapiert habe nicke ich und wenn ich es sogar kann, lächle ich. Wahrscheinlich meint sie, ich bin taubstumm. Ich bin immer einen Schritt hinterher, denn bis ich kapiere, was wir machen, sind die anderen schon weiter. Bei den Schritten, die ich absolut nicht kann, stelle ich mich hin und überbrücke die Zeit mit strengem Geschaue und setze dann wieder ein, wenn ich weiß was kommt. Ich vergesse wieder meine Tasche, und bemerke es heute schon früher, während die Lehrerin zuschließt.
Am letzten Tag habe ich einen Kater. Leider habe ich am Abend zuvor drei Fino getrunken. Man ist davon dicht, aber man merkt es nicht. Eigentlich bekommt man vom Fino keinen Kater. Aber mir ist so übel, dass ich weder Kaffee noch Wasser trinke. Ich esse nichts und lege mich wieder hin. Ich will nicht zum Kurs gehen, ich habe genug gelernt, alle anderen können das, weil sie schon seit Jahren den Kurs machen und ich humple immer hinterher. Ich bin todkrank, wahrscheinlich sterbe ich jetzt. Und Flamenco ist sowieso Scheiße. Ich will nie wieder etwas mit Fino oder Flamenco zu tun haben. Überhaupt dieses Spanien! Mein Mann sagt, ich dürfte doch am letzten Tag nicht schlapp machen, ich müsste mich schon verabschieden. Gut, ich gehe hin. Die Engländerin hat Schmerzen in der Hüfte und macht Yogaübungen. Carla sagt, man nennt den Kater auf Spanisch „ressaca“, ich würde das beim Tanzen herausschwitzen.
Diplome muss man sich verdienen
Die eine schnelle junge Spanierin ist nicht da. Rosa- Marie geht nach fünfzehn Minuten wieder, sie hat blutige Blasen an den Füßen. Ich liebe meine weißen Füßlinge. Um die Uhrzeit, um die ich normaler Weise genug habe und gehen will, ist heute mein Kater weg . Carla geht eine viertel Stunde vor Schluss, sie muss ihre Mutter zum Arzt fahren. Heute gibt es die Diplome, sagt die Tanzschulcheffin. Die schnelle junge Spanierin kommt 10 Minuten vor Schluss in Plateau- Schuhen, sie möchte heute nicht tanzen, nur das Diplom abholen. Die Lehrerin spricht etwas zu uns ich verstehe kein Wort, ich vermute sie sagt etwas Tröstendes. Ich frage die Engländerin, was sie sagt, und sie sagt, dass die Lehrerin sagt, es wird schon noch, wenn man es immer wieder anwendet. Was ich aber schon kapiere, ist, dass man nun die Choreographie vortanzen muss, um das Diplom zu bekommen. Die, die vorher gegangen sind, haben das Diplom mitgenommen. Martha tanzt alleine. Die anderen kneifen, in dem sie filmen, oder in Plateauschuhen da stehen. Ich will auch kneifen, habe aber kein Handy um zu filmen. Ich stehe in der Ecke und schaue auf den Boden, in der Hoffnung die Lehrerin übersieht mich ganz einfach. Die Lehrerin fordert mich und die Engländerin auf, wir müssen vortanzen. Martha tanzt mit, wir können auf sie schauen. Wir quälen uns durch die gesamte Bulería und sind stolz auf uns. Immerhin waren wir die einzigen, die sich das Diplom bis zum Ende verdient haben. Es steht "Certifica" drauf aber wird "Diploma" genannt. Und weil ich das Diplom in der Tasche habe, denke ich sogar daran, die Tasche heute mitzunehmen. Und ich war die einzige, für die diese Schritte völlig neu waren. Nun kann ich sagen, ich habe in Jerez Flamenco gelernt. Vor allem schnell!
Als ich nach dem Urlaub meiner Mutter erzähle, wie schwer der Kurs war, will sie mich trösten: “Naja, ist ja auch kein Wunder. Bisher hast du ja noch keinen echten Flamenco gelernt.“
Urheberrechte: Korona, Nachdruck, Kopieren, Verwendung, auch auszugsweise ist verboten.
Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Ähnlichkeiten mit Namen, Orten, Personen oder Ereignissen sind pure Absicht- aber nicht sonderlich wichtig.
Wiedererkennungswert
Im „Wiesel“, dem Kultcafe für Studenten, Künstler und Intellektuelle, also für alle nicht ganz normalen, bin ich mit der Orient- Show bei der Open Stage aufgetreten. Eigentlich nur, weil Epar, der immer diese Open Stage veranstaltete, zu wenig Programm hatte. Epar war ein grandioser Zauberkünstler, und versuchte sich neuerdings als Bauchredner, aber als Bauchredner konnte man ihn ehrlich gesagt den Hasen geben. Er beherrschte die Technik des Bauchredens nicht wirklich, obwohl er Bauch genug gehabt hätte. Man sah seine Mundbewegungen und er verstellte nur die Stimme. Er hatte eine überdimensionale Handpuppe. Ein handgefertigter Außerirdischer, der mit den Augen kullern und mit den Antennen wackeln konnte. Seine Bauchrednershow hatte ein wenig Ähnlichkeit mit dem was man im Kindergarten immer sieht, wenn die Erzieherin die Stimme verstellt und so tut als würde die die Tiger- Puppe von der AOK die Brotzeit der Kinder kontrollieren. Außer Epar, mit seinem Außerirdischen und uns waren noch ein Jongleur und ein Dadaist dabei. Bis dahin hatte ich noch nie etwas von Dadaismus gehört. Dadaismus sind nicht etwa Geschichten oder Reime, oder Gedichte wie man das vom Poetry-Slam kennt, sondern so etwas wie
„ jolifanto bambla o falli bambla
großiga m'pfa habla horem
egiga goramen
higo bloiko russula huju“
Von Hugo Ball, beispielsweise. Der war zur Zeit der Weimarer Republik einer der ersten Dadaisten, das weiß schließlich jeder, der nicht als Kulturbanause gelten will. Bis zur Open Stage war ich auch ein Kulturbanause. Wenn normaler Weise ein erwachsener Mensch derartiges von sich gibt, vermutet man, dass er entweder einen starken Sprachfehler hat, betrunken oder durchgeknallt ist. Man schickt ihn zur Logopädin, zum Ausnüchtern oder direkt in die Klappsmühle. Der Dadist aber kam zur Open Stage.
Er trug natürlich keinen Text von Hugo Ball vor, das wäre ja altmodisch. Nein er erfand schon seine eigenen, zeitgemäßen Texte. Das Publikum begann einfach mitten in der dadaistischen Darbietung zu klatschen und hörte erst auf, als er die Bühne verlassen hatte. Das „Wiesel“ war bis auf den letzten Platz voll und nach diesem Programm war es keine besondere Kunst das Publikum zu begeistern. 5 Musiker und eine Tänzerin auf einer Bühne mit 8 Quadratmetern, das alleine ist schon Kunst. Der Auftritt auf dieser winzigen Bühne, machte uns viel Spaß. Ich musste aufpassen, dass ich vorne nicht ins Publikum falle, und hinten nicht den Musikern die Instrumente aus der Hand schlage, oder Mikrophone umwerfe. Aber ich mache ja Bauchtanz und das geht auch auf kleinsten Raum, notfalls ohne einen Schritt zu machen. Das Publikum forderte eine Zugabe. Vielleicht wollte das Publikum einfach einen weiteren dadistischen Auftritt hinauszögern oder gar verhindern.
Nach dem Auftritt kam eine befreundete Schauspielerin, Carolin, und stellte mir Vincent vor. Ein älterer Mann mit Bauchansatz und Glatzenansatz, aber sympathisch. Künstler. Nach ein paar Worten sagte er: „Ich möchte dich was fragen, aber vielleicht gibt’s du mir dann eine Ohrfeige“. Ich wartete. Er sagte: „Ich habe mir gedacht, wenn du so auf der Bühne tanzt, wie bist du dann wohl im Bett?“ Wie bitte? Das mit der Sympathie war ein Irrtum. Er ist ein Idiot. Vielleicht hatte er erwartet, dass ich sage: „Genauso wie meine Auftritte, mit vielen Männern mit Zugabe. Möchtest du es gerne ausprobieren, ja?“ Ich lächelte naiv zurück: “Ach weißt du, wenn ich so auf der Bühne getanzt habe“ und wischte mir den Schweiß von der Stirn, hob die Arme und schnupperte demonstrativ an meinen Achseln, „dann stinke ich nach Schweiß und bin einfach ganz müde im Bett!“
Also mal allen Ernstes, frägt man eine Balletttänzerin.“Wenn du auf der Bühne deine Beine so hebst, wie machst das dann im Bett?“ Oder frägt man so was vielleicht eine Diplom- Flötistin? „Oh, wenn du so auf deiner Flöte bläst, wie bist du dann im Bett?“
Also, Vincent hat Carolin und mich kurz danach für eine Lesung engagiert. Wir sollten „Drachengeschichten“ lesen und tanzen. Ich hätte ihm doch eine Ohrfeige geben sollen.
Ich tanzte also mit Drachenmaske im Bauchtanzkostüm und gab, meiner Meinung nach, einen sehr komischen Drachen ab. Carolin meinte nur: „Mit der Maske arbeitest du ganz gut, aber den Busen musst du ruhiger halten, das passt nicht zu einem Drachen.“ Eigentlich wollte ich überhaupt nicht als Drache auftreten. Ich wollte einfach eine ganz harmlose Bauchtänzerin sein. Aber hinter der Maske erkannte mich keiner, darum war es nicht so schlimm, wenn ich mich blamierte. Ich tanzte in einem grünen Kostüm und wedelte den grünen Schleier als Drachenflügel herum. Wenn man mit sinnabsorbiertem Dadaismus und mit albernen Dialogen mit missgebildeten Kuscheltieren auf der Bühne das Publikum ernsthaft unterhalten will, dann ist Tanzen mit Drachenkopf noch harmlos, tröstete ich mich. Ganz hinten stand eine Chinesin. Drachen sind ja immerhin bei den Chinesen Glücksbringer. Dachte ich mir. Nur bei den Augsburgern wird jedes Jahr zu Michaeli der arme Drache in einer kaltblütigen Stecherei öffentlich auf dem Rathausplatz abgemurkst. Und zur Belustigung bringen Eltern ihren kleinen begeistert bei, lauthals mit zu zählen, mit wie vielen Stichen der gute Michael den Drachen erledigt und nennen diesen blutrünstigen Mörder liebevoll „Turamichele“. Völlig egal wie grausam man ist- Hauptsache man ist auf der richtigen Seite. Ein Chinese fragte mal kopfschüttelnd als er vom Michael, dem Drachentöter hörte, „Wieso tötet der Mann das Glück?“ „Vermutlich hat er mehr Glück als Verstand.“ habe ich geantwortet. Der Chinese lächelte höflich, wie das die Chinesen immer machen. Klar, bei den Chinesen wird fair gekämpft, nicht einfach mit einer Lanze rumgestochert. Man verbeugt sich respektvoll und dann tritt man sich unter lautem Gebrüll gegenseitig ins Gesicht, kugelt sich die Gelenke bei vollem Bewusstsein aus. Sie stecken sich Nadeln in den Kopf um Kopfweh zu lindern! Man verspeist hin und wieder einen niedlichen kleinen Chihuaha zum Abendbrot, aber Drachen töten die nicht. Ich vermute, weil es die vielen chinesischen Touristen angesichts dieser Greueltat verschrecken kann, hat man deshalb den Drachen durch eine rote menschenähnliche Gestalt mit Hörnern im hautengen Neoprenanzug ersetzt. Deshalb metzelt das niedliche Turamichele den Teufel nieder und wir machen einen guten Eindruck bei den Chinesen.
Die Drachennummer bei der Lesung war mir genau genommen peinlich. Aber hinter der Drachenmaske wähnte ich mich so gut wie in Sicherheit. Wenige Wochen später kam auf einer türkischen Hochzeit der Vater der Braut zu mir und sagte freudig: „Sie haben doch neulich in der Buchhandlung als Drache getanzt! Ich hab Sie an Ihrem grünen Kostüm wieder erkannt. Nur die Drachenflosse auf dem Rücken fehlt Ihnen heute.“ Ich war irritiert. "Ich hatte keine Flosse auf dem Rücken, sondern eine Maske im Gesicht." Da lachte der Brautvater schelmisch. "Aber das Oberteil ist doch hinten offen weggestanden, da dachte ich mir, dass soll wohl eine Flosse darstellen.“
Es ist also klar, man erkennt mich nicht am Gesicht, sondern am Kostüm, vor Allem, wenn das Oberteil aufgeht. Und immer, wenn eine peinliche Panne passiert ist, kaufe ich mir ein neues Kostüm.
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Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Ähnlichkeiten mit Personen, Orten, Namen, Situationen sind volle Absicht, aber auch nicht von großer Bedeutung. Wer sich wiedererkennt soll einfach darüber schmunzeln.
Künstlernamen
Zu jedem Künstler gehört auch ein Künstlername. Der private Name ist für den privaten Mensch. Die Eltern nennen einen so, man wächst damit auf und irgendwie passt man zu seinem Namen.
Mit dem Künstlernamen ist das etwas anderes. Den suchen wir uns aus. Den können wir anziehen, wie unser Kostüm. Das ist, als würde man das Kostüm anziehen und den Alltag in der Gardarobe lassen.
Er ist eine zweite Identität. Wir stellen etwas dar, und das muss im Namen zu finden sein. Noch besser, am Namen soll man gleich erkennen, welche Kunst man macht. So was wie „Der reitende Sänger“, da weiß jeder was los ist. Oder „Die zauberhaften Montanas“, da ist klar, die zaubern. „Die10 Tenöre“ auch logisch, „Der Schmiechener Gospelchor“, und die „Zillertaler Schürzenjäger“..
Die Flamenco- Künstler geben sich immer zusätzliche „Titel“ So etwas wie „la gitana rubia“, die blonde Zigeunerin, oder
„ la delgada“, das heißt die Schlanke, und man weiß sofort weshalb diese Tänzerin diesen Namen hat. Dicker werden darf sie halt nicht.
Missverständlich wird es dann bei „la espiga“, das könnte die Weizen- Ähre sein, aber auch das Fischgrätenmuster. Ich weiß ja nicht, wie ich mir den Tanz eines „Fischgrätenmusters“ vorstellen soll.
Bauchtänzerinnen legen auch sehr viel Wert auf ausgeklügelte und exotische Namen.
Wenn man „Fatima Morgana“ hört, geht es vermutlich um eine Bauchtänzerin, die allerdings entweder nicht da, oder nicht echt ist. Oder zuminderst Teile von ihr.
Ein bisschen mulmig wäre es mir hingegen als Bauchtänzerin „Sheherazade“, musste die ärmste doch 1001 Nacht um ihr Leben bangen. Außerdem konnte sie zwar gut erzählen, aber es wurde nie berichtet, dass sie tanzen könnte.
Mit Namen wie „Ayhura“ oder „Ala Nar“ sollte man vielleicht vorsichtiger sein. So eine „Ayhura“ ist klingt eher wie eine Stripperin im Orientkostüm mit Fullservice.
Unter „Ala Nar“, stelle ich mir jemand sehr lustiges mit bunter Schellenmütze vor, der nur dazu engagiert wird, um bei der Bäckertaufe eines Mittelalter- Spektakels ins Wasser getunkt zu werden.
Genau genommen klingt es für eine Bauchtänzerin natürlich schon besser, wenn sie Rastan statt Renate oder Sabahar statt Sabine heißt.
Also musste auch ich mir damals als Bauchtänzerin einen Künstlernamen zu legen.
Wie sollte man mich denn ansagen? „Freuen Sie sich nun auf einen Zauber aus 1001 Nacht. Auf die Magie der rollenden Hüften. Auf den faszinierenden Bauchtanz der charmanten - Sigrid.“?
Mein Vater war auch Künstler, Unterhaltungskünstler. Der hieß aber immer gleich. Hans. Er brauchte gar keinen Künstlernamen, weil er von Geburt an Unterhaltungskünstler war. Einfach Hans. Zuhause Hans, auf der Bühne Hans. Hans Dampf in allen Gassen.
Nur meine Oma nannte ihn immer „Hansi“. Das hat mich an Wellensittiche erinnert, die aufgescheucht durchs Zimmer fliegen, Wind machen, Federn verlieren und auf die Tageszeitung scheißen. „Hans“ war mir für meinen Vater lieber. Mein Vater fand auch, dass ich einen Künstlernamen bräuchte.
„Freili, Kartofferl, freili brauchst du an Künstlanama!“ Er nannte mich immer „Kartofferl“, und fand das ziemlich originell. Wenn ich heute noch alten Bekannten meiner Eltern begegne, und ich ihnen sage
„Ich bin die Tochter vom Kröger Hans“, dann sagen manche allen Ernstes: „Hm, ich weiß, dass er zwei Töchter hatte. Die Astrid. Und dann war da noch das Kartofferl. Und welche sind jetzt Sie?“
Einmal wollte ich so tun, als ließe ich eine skandalöse Bombe platzen und sagte: „Ich bin die Tochter, von der keiner etwas weiß. Die einzige aus der etwas Vernünftiges geworden ist.“ Aber meistens sind ja die Menschen, die gerade nicht da sind und aus denen etwas Unvernünftiges geworden ist, interessanter . Deshalb wurde ich gefragt: „Ach, na so was, was ist denn aus der Astrid und dem Kartofferl geworden?“
Ich sagte dann „Die Astrid ist Politikerin bei einer buddhistischen Partei und aus dem Kartfofferl sind vermutlich Kartoffelpuffer geworden- oder Pommes. So genau weiß das keiner. Nicht mal der Hans, weil der ist ja schon gestorben, und deshalb Hans Wurscht geworden.“ Also, das Kartofferl brauchte einen Künstlernamen, und mein Vater fühlte sich wohl autorisiert mir mein Leben lang irgendwelche einfallsreichen Namen zu geben und hat mir zu der Sigrid und dem Kartofferl noch einen Künstlernamen verpasst. „I hob an guadn Nama für di: Osma, die Frau mit dem magischen Nabel. Do woas a jeder glei, aha, Osmanisches Reich, des muas a Bauchtänzerin sei. A bar Visitenkartn hob i a glei gmacht“ Und weil er auch gleich einige Visitenkarten unters Volk gebracht hatte, war ich ab da „Osma , die Frau mit dem magischen Nabel“. Die Leute konnten sich den Namen zum Teil merken, allerdings vorwiegend den „magischen Nabel“. Erstmals ins Zweifeln über diesen Künstlernamen kam ich, als bei einer Faschingsfeier jemand mit einer Parodie von einem bauchtanzenden Männerballett gerechnet hatte.
Schwierig war es mit diesem Namen in den orientalischen Kreisen.
Eine türkische Moderatorin sagte mal zu mir: „Das kann ich so nicht ansagen. Das ist bei uns ein Männername“ „Wie, ein Männername? Osma, nicht Osman“- antwortete ich. „Das ist egal, Osman ist ein Männername und Osma klingt genauso.“
Daraufhin frage ich meinen türkischer Freund Mehmet, Trommler und Bauchtänzer,. “Wieso hast du mir noch nie gesagt, dass dieser Name für türkische Kreise unmöglich ist?“ Er sagte dann: “Ach weisch, die Türken wieder. Ich bin ein Mann, bin Türke und ich hab einen türkischen Männername. Und ich mach Bauchtanz. Wenn ich als Mann mit Männername bauchtanze, dann kannsch du als Frau auch mit Männername bauchtanzen. Wir sind in Deutschland, wir sind gleichberechtigt!“
Dann kam das entscheidende Erlebnis: Ich war engagiert für den Geburtstag der Wirtin vom „Roten Stier“ in Augsburg. Sie hatte einen Alleinunterhalter und eine Menge geladener Gäste und vom vielen Anstoßen einen Schwipps. Ich zog mich im Obergeschoss um. Nach einem Weilchen kam die Wirtin:
„Der Alleinunterhalter fragt, wie er Sie ansagen soll:“
„Er soll sagen, Osma, die Frau mit dem magischen Nabel“
„Oh, das ist aber viel. Ob ich mir das merken kann? Also wie noch mal?“
„Osma, die Frau mit dem magischen Nabel“.
„Aja, Nabel, das ist ja klar, Bauchtänzerin mit Nabel. Wie noch mal der Name? Os,Os,“
„Osma. Osma kommt vom Osmanischen Reich, das ist ganz einfach.“
„Na, gut, also Osma mit dem magischen Nabel.“
Ich hörte sie, wie sie die Treppen hinuntertippelte und sich immer vorsagte.“ Osma, die Frau mit dem magischen Nabel. Osma, die Frau mit dem magischen Nabel, Osma mit dem Nabel, Nabel, Frau, Osma..“…
Nach einigen Minuten ging ich auch nach unten, und wartete vor der Türe, bis ich angesagt wurde. Ich stand , nervös vor der Türe und schüttelte meine Hüften warm .
Da hörte ich den Alleinunterhalter sagen: “Was? Wie heißt die?“
Ich dachte mir, wieso tut der so blöd?
„Das kann ich doch nicht sagen.“
Meine Güte, was ist jetzt daran so schlimm? Jetzt mach schon die Ansage.
„Doch, doch, das hat sie gesagt.“ erwiderte die Wirtin.
„Was, so heißt die?“
So ein Idiot. Was ziert der sich so? Der soll mich jetzt ansagen und meine Musik anmachen. Ich bin nervös!
Dann hörte ich den Tusch.:
“Meine Damen und Herren, jetzt zum Höhepunkt des heutigen Programms! Jetzt kommt die einmalige Darbietung von:“ Tusch!
„Von –Frau- Oswald (Pause) mit dem damischen Magen!“ Tusch!
Die Türe wurde aufgehalten. Das Publikum lachte.
„Spinnst du?! Was sagst du da! Nach so einer Ansage tret ich doch nicht auf!“ raunzte ich den Alleinunterhalter an.
“Das hat die Wirtin so gesagt, und drauf bestanden, dass ich dich so ansagen soll.“ Er bemühte sich um ein entschuldigendes Lächeln.
„Osma mit dem Magischen Nabel-. Sag das sofort richtig, Du Du Alleinunterhalter!“ fauchte ich.
Er spielte erneut einen Tusch. „Meine sehr verehrten Damen und Herren. Natürlich war das ein kleiner Witz!“
Ha ha ha! Wahnsinnig witzig!
. „Jetzt kommt die Bauchtänzerin“ Tusch! „Osma, mit dem magischen Nabel!“ Tusch. Jetzt lachte das Publikum erst recht!
Ich hörte, wie das Publikum sich amüsierte, johlte und witzelte.
„Ahahaha. Bauchtänzerin mitm damischen Magen!“ „Ilse die hot wohl von deim alten Kartoffelsalat gessa!“
„Hohoho An Bauchtanz ka i o macha, Bauch hätt i gnua!“
Ich bin eine ernst zu nehmende Künstlerin!
Heute ist mein Künstlername Korona, wie die Krone- der Strahlenkranz um die Sonne bei der absoluten Sonnenfinsternis.
„Ich bin Korona. Weil Tanz die Krönung einer jeden Feier ist! Wenn es Ihnen gefallen hat, empfehlen Sie mich weiter, wenn nicht- behalten Sie`s für sich.“
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Hintergründe zum Flamenco und Bauchtanz
wird jetzt aufgeteilt in Flamenco und Bauchtanz.
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Die Geschichte des Flamencos Die Geschichte des Bauchtanzes
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